
von Ruth Stubenitzky

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Ich sass in dem roten Ohrensessel meines Bruders Lars-Gunnar,der so gar nicht in seine Studentenbude passte. Endlich erlaubtemir die finanzielle Lage, Lars-Gunnar einmal zu besuchen.
Das Arbeitsamt glaubte anscheinend, "Dipl.-Inf." bedeutete, dass man schon mal Windows gesehen hat. Die einzelnen Arbeitgeber zweifelten sogar das an! Langsam aber sicher war mein Frust in den letzten Monaten gewachsen. Ich wollte Programme schreiben, wollte meine Kenntnisse zur Virenerkennung anbringen!
Copyright 1996 Ruth Stubenitzky
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Als ich wieder von einem langweiligen Arbeitstag nach Hause kam, fand ich in meinem Briefkasten einen dicken Brief von Lars-Gunnar. Ich setzte mich vor meinen Computer, wo ich gerade einem Antivirusprogramm den letzten Schliff gab.
Aber zunaechst riss ich den Brief auf. Eine Diskette war dabei. Die Zwischenpruefung hatte er bestanden, aber ihm waren zwei voellig korrekte Rechengaenge als falsch angestrichen worden. Auch ich konnte beim besten Willen keinen Fehler darin finden. Seine Lerngruppe hatte ihm das
Aber dass der Assi ein Schwein war, war nach der Zwischenpruefung allgemeiner Konsens. Dann kam der interessanteste Teil:
"Hallo Lars, weisst du, dass du mir gerade ein Virus auf meine Festplatte gebracht hast?" "Na, das duerfte fuer DICH doch kein Problem sein." "Aber fuer dich und den Hiwi und noch einige andere Leute." "Wie, meinst du das jetzt ernst? Also ich habe garantiert kein Virus geschrieben, sondern ein ganz normales Pascal-Programm." "Ja, und ein fehlerfreies. Hast Du nur auf Deinem Computer gearbeitet oder auch in der Uni?" "Ich hab das kurz vor dem Abgeben noch mal ganz schnell in der Uni laufenlassen und den Namen geaendert. Und seitdem auch schon wieder bei mir." "Hoer zu, Lars, ich komme heute Nacht noch zu dir und bringe ein Antivirusprogramm mit. Kann ich uebers Wochenende bleiben?" "Kein Problem. Oh-oh, wo die Uni sich das Ding wohl wieder eingefangen hat. Ich frag mich, wer sowas schreibt. Hoffentlich funktioniert dein Antiprogramm. bis bald!"
Lars-Gunnar und ich sassen zusammen am Fruehstueckstisch, und das Programm was bereits auf seinem PC installiert und das Virus geloescht. Und schon wieder musste ich mir die neuesten Schweinereien des Assistenten anhoeren. Eine richtige Wut stieg in mir hoch. Dann machte mein Bruder sich auf den Weg zu einem Bekannten, mit dem er schon lange verabredet war. Und ich blieb mit seinem Computer allein. Ein paar Veraenderungen mussten doch noch sein. Zunaechst sollte das Antiprogramm Viren suchen und loeschen. Gleichzeitig sollte es - das war mir jetzt klar - auch den Namen des Assistenten suchen und nach Zufallsverfahren loeschen oder veraendern. In allen gelaeufigen Encodierungen. Denn sein Name war ja das einzige, was mir bekannt war. Besser waere es natuerlich, seine Kontonummer oder wenigstens seine Email-Adresse zu kennen. Moment Ich konnte ja auch eine Email-Adresse veraendern lassen, die seinem Namen zugeordnet war. Aber wie sollte ich es in Umlauf bringen? Das alles wuerde viel zu viel Zeit kosten. Statt dessen machte ich ein Virus daraus, das sich von selbst verbreitete. das wuerde mich nicht daran hindern, es spaeter trotzdem noch als normales Programm zu verkaufen. Lars-Gunnar hatte mir sein Passwort fuer die PCs an der Uni zur Verfuegung gestellt. Ich ging dorthin und liess mein Antiprogramm sich auf die Festplatten speichern. Wie fortschrittlich, das PC-Labor Samstag vormittags geoeffnet zu haben! Als ich am Assistentenzimmer vorbeikam, merkte ich, dass meine Wut noch nicht befriedigt war. Aber zur Zeit konnte ich nicht mehr tun. Ausser einen Zettel an seine Tuer zu haengen:
"Hmmm..." "Mach doch ein PD-Programm draus. Frei kopierbar, und wer die neute Version haben will, schickt dir Geld."
"Na, du willst wohl auf Kosten anderer reich werden oder was. Am Ende hast du noch das Virus selbst geschrieben..." Copyright 1996 Ruth Stubenitzky
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Bastard Student doesn't meet Bastard Assi |

