Der Tempel des Gottes Konsum Jan Fischer Hallo Leisch! Wie Du, der Du ja auch ein Diener der Unterwelt bist, weisst, dass die Diener des Hades niemals sich des Muesiggangs hin- geben duerfen, sondern immer im Dienste ihres Herrn fuer dessen Sache kaempfen muessen. Und darum moechte ich Dir in diesem Brief berichten, wie der Dienst fuer meinen Herrn in jener Zeit beschaffen ist, da in den Hallen der Weisheit niemand zugegen ist und die hochgelehrten Herren sich von den Muehen ihres Kampfes um Erkenntnis ausruhen um, wie sie sagen neue Kraft zu schoepfen, und mir daher die Haende gebunden sind irgendetwas fuer meinen Herrn zu erreichen. So weilte ich am 11. des letzten Monats in einer nahege- legenen Stadt, ueber welche die Stadt, in deren Hallen der Weisheit ich fuer meinen Herrn gar wohl manch nuetzlich Werk vollbracht, die Hoheit hat, gleichwohl die Stadt in welcher ich war zu Gast desselbst noch Hoheit ueber etlich kleinere Staedte, Marktflecken und Doerfer hat. In dieser Stadt fand sich Volk zusammen, welches einer neuen Sekte angehoerig ist und sich darselbst als Linux-Juengrer bezeichnet. Sie nannten ihre Zusammenkunft, welches Wort in Ihrer Sprach Event ge- heissen, Linux-Tag. Die Anhaenger dieser Sekte, haben die feste Absicht, gegen die dunkle Seite des Computers zu kaempfen und ein stabiles und sicheres Betriebssystem zu erschaffen, weshalb ent- sprechend einer Sonderdirektive des untersten Kreises zu- folge die Anhaenger dieser Sekte genauestens beobachtet und durch Vertreter der unteren Ebenen infiltriert werden sollen. Natuerlich waren auch die Zeitungsleute des dortigen Blattes gekommen, um Ihrer werten Leserschaft von diesem Ereignis Bericht zu geben. Durch geschickte Platzierung im Geschehen brachte ich es fertig, als der Befragung wuerdig befunden und fuer diese ausgewaehlt zu werden. Und bereitwillig erklaerte ich den Zeitungsleuten, dass der Herr Linux Torwalds nicht nur das Rad und den Wagen erfunden, sondern auch auch den Rechner erfunden hat, denn es ist gar erschreckend, wie oft man auf die weit verbreitet Meinung trifft, dass der Herr Bill Gates diese Dinge erfunden habe. Der Herr Gates hat sich allerdings sehr verdient gemacht um die Erfindung der elektronischen und gedachten Bueroklammer. Wie Dir sicher erinnerlich, war bisher deren Leistung eher unbefriedigend, jedoch scheint dies inzwischen durch die neuen Rechner mit vier oder gar 8 Prozessoren behoben. Am vergangenen Samstag, es war der 27. November 1999 habe ich meinem tragbaren Rechner schon des Morgens in der Frueh, in der siebenten Stunde (was wahrhaft eine heroische Leistung ist), mit dem Rechner in den heiligen Hallen der Weisheit verbunden, welcher da die Nachrichten fuer ein jedermann bereithaelt und kundgetan, dass heute in der "Allee am Schlachthof", einem bekannten Tempel des Gottes Konsum in unserer Stadt, in welchem diesem gehuldigt wird und Ihm Opfergaben in Form kleiner runder Metallscheiben und bunter Papierfaehnchen dargebracht werden, Bananen an die Glaeubigen ausgegeben werden. Wie Du ja weisst, waren die Handelswege nach dem Osten Germaniens lange unterbrochen und konnten erst vor etwa 10 Jahren freigekaempft werden. Und so ist es hier im Osten Germaniens lange gewesen, dass wir nur selten solcherlei exotisch Fruechte aus den Provinzen, welche ueber das Meer gelegen geniessen konnten und an gar viele solcher Koest- lichkeiten gar nicht zu denken war. Wie leicht vergessen doch die Menschen. Viele der juengeren unter uns koennen sich schon kaum noch erinnern an diese Zeit und vergessen denen zu huldigen, welche uns aus der Tyrannei befreit. So um die zehnte Stunde lasse ich mich mit einem Transport- karren des gemeinen Fahrgastgewerbes zum Tempel befoerdern, was ich sonst eigentlich nicht zu tun pflege, da ich selbst einen gar praechtigen Streitwagen mein eigen nennen kann, und kann feststellen, dass der Erfolg meiner Kunde einfach ueberwaeltigend ist. Eine derartige Wirkung haette ich mir selbst in meinen kuehnsten Treumen nicht erhofft. Die Glaeubigen standen je nach Ihrem Stande mit Ihren Karossen, Karren, Streitwagen getrieben von eisernen Roessern im Inneren der Wagen von welchen selbst in den kleinsten derer 26 anzutreffen sind und in den groessten fast derer 200. Viele der Karossen und Streitwagen sind von gar grosser Kunstfertigkeit. Auch waren etliche Krieger auf Ihren eisernen Roessern gekommen, welche ebenfalls von grosser Kunstfertigkeit sind, sind diese doch zum Teil so stark als es 40 normale Roesser sind. Natuerlich kamen auch die, welche eher wenig haben gegangen oder auf Ihren eisernen Eseln, wobei ich vermeine, dass Drahtesel fuer diese eine passendere Be- zeichnung waere. Von jeweils beiden Seiten der drei Strassen, welche zu dem Tempel des Gottes fuehren, kamen und standen sie um diesem zu huldigen und zu opfern. Dazu muss ich Dir als einem unserer Stadt Unkundigen noch mitteilen, dass zwei dieser Strassen zu den Ausfallstrassen unserer Stadt gehoeren. Es ist gar traurig, dass unser Gewerbe der Achtung so wenig findet, bei denen, die nicht unserer Kaste angehoeren, denn unser Los ist gar wirklich schwer. Und was sollte denn nur aus der Welt werden, wenn wir sie nicht Tag und Nacht im Gleichgewicht hielten. Mit hoellischen Gruessen Bastard Administrator des Hades Copyright 1999 by Jan Fischer DISCLAIMER: Auch wenn Aehnlichkeiten mit lebenden Personen und Universitaeten der Bundesrepublik Deutschland nicht auszuschliessen sind, so hoffe ich doch, dass meine Darstellungen so sind, dass Aussenstehende diese Personen und die Universitaet nicht erkennen. Sollten diese Personen oder die Universitaet erkannt werden, so wird jeder gebildete Mensch hoffentlich erkennen, dass dies Darstellung schon so stark uebertrieben ist, dass sie mit der Wirklichkeit nur noch sehr wenig gemein hat.